sch-ach-la

la beworten

Hoppla! Hat sich der Schreiber dieser Zeilen durch die Magie der Zitate verführen lassen – und besonders durch jene, die sich der Magie der Ordnung beugen, sie aufnehmen, sie weiter geben, sie verklären, sie zu einem Gegenstand der besonderen Wertschätzung empor stilisieren? Sich dazu verleiten lassen, selber Sätze zu schaffen, aus denen der Zitatenschatz schöpfen kann? Der Ordnung das Wasser gereicht? Solches ist sicher nicht Aufgabe des Schreibers. Vielmehr sorgt dieser dafür, dass genau wieder gegeben wird, was es mit dieser Ordnung alles auf sich hat. Mit dieser Ordnung ist es nämlich eine ganz besondere Sache. Man darf ihr nicht das letzte Wort lassen. Sie könnte hochmütig werden und sich allen Dingen eigenmächtig und unwiderruflich besitzergreifend aufpfropfen. Darum nicht gezögert und fröhlich hinein gegriffen in die Schubladen, damit die Ordnung weiter seziert werden kann! Der Ordnung werden allein Zitate Herr! Aus der Zitatenschatulle, der weissen, soll als nächstes die Halbheit herausgegriffen werden. Diese gestaltet sich einem ganz eigenen Stoff.

Der alles vereinnahmenden Ganzheit der Ordnung nimmt sie einen bedeutenden Teil weg, nämlich die Hälfte. Wer kennt nicht den Schubladenspruch: „Ordnung ist das halbe Leben.“ Dieser hat eine beachtenswerte Laufbahn angetreten, denn etliches Personal hat danach gefragt, was mit der anderen Hälfte ist. Ein gewisser Schüler Johannes Greiner meint: „Ordnung isst das halbe Leben.“ Was ist mit der anderen Hälfte? Die Schriftstellerin und Messieforscherin Eva S. Roth stellt selbstentlarvend fest: „Ordnung ist das halbe Leben – ich bin noch in der anderen Hälfte.“ Helga Schäferling sieht das anders: „Ordnung ist das halbe Leben, die andere Hälfte wird vom Chaos regiert.“

Keine Antwort parat haben schliesslich weitere Personen. Der Theologe Detlev Fleischhammel fragt: „Wenn Ordnung das halbe Leben ist, woraus besteht dann die andere Hälfte?“ Der Schriftsteller Heinrich Böll schliesst sich an: „Ordnung ist das halbe Leben – woraus mag die andere Hälfte bestehen?“ Eine Hypothese wagt der Kaufmann, Aphoristiker und Publizist Willy Meurer: „Wenn Ordnung das halbe Leben ist, ist Unordnung dann die andere Hälfte?“ Der Aphoristiker Alexander Saheb gibt sie, die Antwort, sachlich, logisch, kompromisslos: „Ordnung ist das halbe Leben. Die andere Hälfte ist Unordnung.“ Kapierst du das?

„Irgendwie kann man deiner Zitatenschluderei stundenlang zu hören. Sie wiegt einem in der Sicherheit, dass da etwas ganz Kluges gesagt wird. Deine Zitiererei hat etwas von einer Wundertüte: Man weiss nie, was man für eine Olive aus dieser heraus zieht. Jeder Olive wird zu einer Mogelpackung, wenn sie nicht hält, was ihr Anblick verspricht. Jede Olive wird zu einem Risiko, wenn man sie ins Maul steckt und ihr Kern verdorben ist. Du musst anerkennen und etwas anderes bleibt dir gar nicht übrig: Auch mit Oliven lässt sich klug reden. Meinen Durst aber löschen sie nicht, ganz so wie deine Zitate diesen auch nicht. Darum schlage ich vor: Auf so viel Wissen können wir zwei nur mit noch mehr Champagner anstossen.“

Du trinkst dich in den Rausch.

„Ich halte mit dir mit: Du sprichst dich in den Rausch.“

Fortsetzung

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