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kx Sätze

Ein weiterer Gedanke Lichtenbergs, den wiederzugeben es lohnt, lautet: „In einer Menge gleichförmiger Punkte könnte ich allerlei Zeichnungen sehen und allerlei Muster, die an einem Ende der Fläche erst gehörig gefasst bald auch im Übrigen finden würden. So liesse sich in der grössten Unordnung Ordnung sehen, so wie Bilder in den Wolken und auf bunten Steinen.“ Aus seinem Ordnungsschatz sendet Lichtenberg noch ein letztes Zitat: „Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?“

„Diese Frage magst du dir selber beantworten. Du hast von Lichtenberg und seinem letzten Zitat gesprochen. Diesen Wohlklang habe ich schon vernommen. Wir müssen auf dein Versprechen zurückkommen. Ich hole noch ein paar Oliven und auf jedes gelungene Zitat spucke ich einen Kern aus. Die zu vielen Oliven werden mir den Magen verderben und dir den Teppich. Ich schlage vor, dass wir dazu einen Chateau de Purée nehmen. Der schäumt prächtig. Mit deinen Zitaten wird das zu einem prächtigen Bouquet am Ende des Abends führen.“

Ordnung isst sich nicht.

„Das mag sein. Aber wie Gründer Schnaptepürä sagt: Ordnung, das ist mir zu schwer. Ich teile seine Auffassung. Ich brauch jetzt eindeutig und ohne Widerspruch und ganz auch ohne Zitat was zum Auflockern. Dein Traktat macht mich ganz dumm. Verschleudertes Wissen, dass durch die Bildungs-Wurstmaschine gedreht wird, trocknet die Kehle aus, auch wenn man nicht selber an der Kurbel dreht und die Sprache zerwurstet.“

Ich kann ja schneller reden. Dann sind die Zitate eher durch. Du wirst dich noch wundern, was meine Recherchen zu Tage gefördert haben.

„Mich wundert nichts mehr. Du beförderst mich unter Tag. In den Keller. Dort gibt es tolle Sachen: Flaschen. Mit diesen im Bauch werden deine Zitate nicht zu Pfropfen, die mir den Humor verstopfen. Alles hat seine Ordnung. Auch das Reden über Ordnung. Naja, du bist im Reden, am Reden, und davon bist du nicht abzubringen. Also werden ich mich wohl oder übel aufmachen müssen, um nach dem Rechten zu sehen. Du wirst einen Augenblick pausieren müssen.“

Bist du wieder bereit?

„Dieser Champagner gebietet dem Sprecher zu schweigen. Ja, das meine ich. Trink erst einen Schluck von dem Glas und stoss an. Das ist das Mindeste, was du mir gewähren musst, bevor du mich wieder mit deinen Versen drangsalierst.“

Die Zitate kann ich dir an einem anderen Abend abzählen. Denn Wissen interessiert. Doch der Geist muss frei und empfänglich sein.

Fortsetzung

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