sch-ach-ko

ko Haare

„Keine Panik vor mutigen Entscheiden! Wir sind nicht in den Traditionen behaftet. Auch Federvieh kann aufbrechen, um grosse Taten zu vollbringen. Sogar Hühner fanden den Weg nach Amerika. Knochen, die dort gefunden wurden, weisen der Menschheit den Weg durch ihre Entwicklungsgeschichte, die in bekanntlich in Afrika ihren Anfang nahm. Die Knochen und ihre Fundorte tragen wertvolle Informationen, welche die Wissenschaften aufschlüsseln und zu einem Gesamtbild von dem zusammen fügen, was war, ist und sein wird. Es ist klar, man kann die Infos, die aus den Knochen gezogen werden, ignorieren und in stumpfer Selbstzufriedenheit stur verharren und seinen Träumen von Weltwerdung, Ordnung und Sicherheit nachhängen. Nicht dass ich sagen will, Schachspieler seien derart in Weltverneinung und Fortschrittsfeindlichkeit gefangen wie Religionsangehörige, die aus einem grossen Gefühl der Unsicherheit in die unabänderbare Tradition als sinngebendes Glaubensgut vernarrt sind und auch noch aus einem anderen Grund: Sie verstehen nicht, was die Wissenschaft will. Wenn der Fortschritt aufgehalten wird, wenn den Forschern Fesseln angelegt werden, damit sie nicht mehr zum Wohl von Mensch und Natur überall, wo sie es für nötig halten, suchen können, dann wird der Mensch dazu verdammt, wieder in das Siechtum des Mittelalters zurück zu kehren. Medikamente, so sage ich es an dieser Stelle und in aller Deutlichkeit! Mit welchem Recht wagen Gruppen, können Gruppen, die von Forschung und Wissenschaft keine Ahnung haben, die Forscher behindern, nur weil sie sich auf eine von ihnen selber kreierte Ethik stützen und die Behandlung von Krankheiten, das Heilen, mit Füssen treten. Diesen Leuten geht es nur darum, das Los des Menschen zu verschlechtern, damit sie mit ihren falschen Predigten und Lügengebäuden wieder jene Macht gewinnen, die zahllose Menschen ins bodenlose Unglück, Elend und Tod stürzte, jene Macht, die ihnen Gott sei Dank durch die Aufklärung abhanden ging. Zum guten Glück gab es auch in jener Zeit Menschen, welche sich vor der alles vereinnahmenden Furcht vor den Herrschenden nicht vereinnahmen liessen. Es ist schlimm, dass ich das heute an diesem Ort, meine Damen und Herren, sagen muss. Mit Rückschlägen muss die Menschheit jederzeit rechnen. Ordnung hat, davor warne ich auch, besonderes wenn es um Forschung geht, verschiedene Gesichter: Das eine trägt die Fratze der Vergangenheit, das andere das Gesicht der Zukunft. Die einen wollen zurück, die anderen vorwärts. Diese beide Absichten schliessen sich aus, und das kann zuweilen zu Auseinandersetzungen führen, die blutig geführt werden. Die Geschichte kann viel von diesen erzählen.

Wenn zwei Ordnungssysteme aufeinander prallen, dann kann es durchaus geschehen, dass sie aneinander geraten und die Späne fliegen, Blut fliesst. Tote werden mit eingerechnet. Denn die Ordnung steht über allem – über dem Tod und bis in den Tod. Die Schlachten von damals, als die Soldaten in Reih und Glied in den Tod marschierten, sprechen Bände. Medikamente gab es nicht. Der Mensch hatte anderes in Sinn. Ordnung als Wahlspruch der Befehlshaber sollte zeigen, wie gut gedrillt und willfährig die Mannschaft ist. Ordnung hat etwas Klares. Die Soldaten gingen in Linien aufeinander los. Ihr Ziel war das Fällen und Fallen. Die Toten wurden nicht mehr gezählt. Der Statistik wurde nicht genüge geleistet. Damals herrschte eine andere Ordnung vor als heute.

Traktat über die Ordnung – Fortsetzung

Ordnung schliesst etwas Gewalttätiges ein. Viele haben diese Beobachtung bereits aufgenommen. Was ist Ordnung? Dieser Frage gingen Heerscharen von Denkern nach. Wenn Ordnung aufmarschiert, blicken viele hin. Bei etlichen erwacht dann in den Augen ein gewinnendes Leuchten. Marschkolonnen begeistern. Leuchten bedeutet Übersicht. Was leuchtet, wird gesehen. Auch die marschierende Ordnung. Das Leuchten erlischt jedoch, wenn der Ordnung nicht genüge getan wird. Die Mundwinkel sinken hinab, wenn die Marschordnung nicht mehr den Vorgaben im Dienstreglement entspricht. Die Mundwinkel fallen auch bei jenen, welche mit Marschordnung rein gar nichts anfangen können. Solche Disziplin grundsätzlich ablehnen. Dieser Marschiereinrichtung, welche dem Abschlachten und dem Tod ein Kränzchen windet, nichts abgewinnen können. Wenn Ordnung im Gleichschritt daherkommt und es in den Krieg geht, ist das heute zudem nicht mehr modern: „Die Ordnung des Marsches gehört übrigens mehr in das Gebiet der Taktik als der Strategie, denn es ist die Zerlegung eines Ganzen in Glieder, welche nach dem Marsch wieder ein Ganzes werden sollen.“ Über die Ordnung im Militärischen ist bereits viel nachgedacht worden. Besonders hervorgetan hat sich in dieser Disziplin, um einen Namen zu nennen, Carl von Clausewitz, der eigentlich Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz hiess, und von dem das eben eingefügte Zitat stammt.

Fortsetzung

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