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„Dein Meer ist unendlich. Es ist uferlos. Du wirst dich darin verlieren. Mich bringst du da nicht hinaus. Wenn schon, dann dieses Tal. Es ist übersichtlich und man weiss, woran man sich hält.“

„Manchmal muss man raus aus der alten Ordnung übers Meer weg, um Neues zu entdecken.“

„Niemand wird dich daran hindern, zu starten. Wir sind zurzeit nicht im Zeitalter der Verbote. Fahr hinaus aufs Meer wie Kolumbus und Darwin, fahr hinaus! Und wenn dir der Wind ausgeht, dann kannst du die Segel streichen und darauf warten, dass du in der atlantischen Salzwüste verdurstest. Ich hingegen will es mit kraftvollen Ruderschlägen, im Schach heisst das präzisen Zügen, wagen und unternehmen und damit will ich weiterkommen.“

„Ja, ich sehe, du hast es mit dem Holz. Die Ruder auf deinem Boot sind aus Holz und ebenso die Figuren, die du auf dem Brett verschiebst.“

„Spotte nur. Mit deinem Trip über das Meer oder vielmehr in dieses hinaus ist es kein Bisschen besser gestellt. Wenn du einen Dieselverbrenner nimmst, um über das Meer zu schiffen, dann wird du nur stumpfsinnig durch die Wellen pflügen. Wenn du ein geistig beflügeltes Segelschiff nimmst, dann wird bei der ersten Windstille der Geist ausbleiben und dann ist die Gefahr gross, dass der Geist völlig ausbleibt und erstickt, bevor noch der nächste Wind aufkommt.“

„Ich geb dir recht: Auf dem Meer ist das Risiko grösser als auf dem Schachbrett, dass man von einem Sturm an die Kandare genommen wird. Das Meer hat mehr Opfer gefordert als das Brett. Das Meer nährt aber den Menschen besser als das Brett.“

„Du brauchst nur noch zu sagen: Für einen Sarg braucht es sechs Bretter. Dann ist das Mass aber endgültig voll.“

„Sachte, sachte, nur mal sachte! Du willst mich in den Tiefen der Weltmeere versenken. Wer sagt was von einem Sarg? Mach uns nicht früher tot als wir es sein werden! Werde nicht zum Mörder! So was kann nur auf dem Brett in die Tat umgesetzt werden. Ja, Figuren beseitigen und für das nächste Spiel wieder aufsetzen.“

„Willst du, dass ich nach jedem Spiel die Figuren zu Gabe trage?“

„Mein Freund, vor dem Sarg kommt ein ganzes Leben. Das wollen wir geniessen. Aufs Meer hinaus fahren und das Unbekannte erkunden. Du, mit deinem Brett, bleib da, wenn du nicht magst. Es eignet sich überhaupt nicht, um über den Ozean zu segeln. Es wird uns nie und nimmer tragen, auch wenn du Segel drauf setzt, um den Auftrieb zu verbessern und es so über Wasser zu halten. Mehr als ein mehr oder weniger gut schwimmendes und lastloses Surfbrett wird es nicht hergeben. Es wird beim der ersten grösseren Wellenschlag absacken.“

„Um keinen Preis werde ich mich auf das Meer hinaus begeben.“

Fortsetzung

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