sch-ach-km

km raufen

„Ja, du, du kannst dich ja aufmachen, da hinaus in die Welt, in diese Ebene, wo die Geraden die Krummen sind und Kurven nicht krumm daher kommen, sondern gerade. Dorthin kannst du allein hinaus ziehen und dein Glück versuchen. Die Linien des Schachbrettes bieten Halt und sind viel vertrauensvoller als deine geraden Krummen und krummen Geraden. So ist das.“

„Du musst das anders sehen. Wir sitzen hier auf einem Berg. Unter uns dieses Tal. Du sprichst von Krummen und Geraden. Dabei ist das, was wir hier unten und vor uns sehen, weit vielfältiger als dieses Bisschen Krummen und Geraden, die du angesprochen hast. Was wir hier sehen, ist eine grosse, wenn nicht riesige Ansammlung von Informationen. Die Luft um uns und vor uns explodiert geradezu vor getränkter Wissensschiessbaumwolle. Du brauchst nur ein Feuerzeug brennend in die Luft hinaus zu halten und die Ebene wird explodieren. Stell dir vor, was an Wissen auf dieser Welt und über diese Welt nur schon über diesem und in diesem Tal verborgen liegt. Die Dörfer, die Städte, die Weiler, die einzelnen Höfe und Häuser, die da und dort als isoliert stehende Gebäude verteilt stehen. Und was in diesen Häusern alles gedacht und aufgeschrieben worden ist und wird. Diese Luft ist voller Wissen, getränkt mit unermesslichen Kenntnissen. Man muss nur in diesen Reichtum hinein greifen und in diesen eindringen, um davon zu trinken. Einiges zerrinnt zwischen den Händen. Aber ein Teil bleibt. Ich weiss gar nicht, wie ich dies alles fassen kann. Ich muss hinaus. In diese Welt will ich hinaus. Da gibt es tausendfach Dinge zu erforschen und heraus zu lesen. Die Welt ist ein Meer, ein riesengrosses Meer. Kolumbus ist hinaus gesegelt und hat für uns eine neue Welt entdeckt, nämlich jene, die will, dass wir über uns selber hinaus sehen. Auf das Meer hinaus zu segeln ist gefährlich. Es kann neue Erkenntnisse einbringen, geistige, aber nahrhafte, so wie im Sommer das Korn, das eingebracht wird, um den Menschen zu nähren. Der Bauer weiss es, der Städter ignoriert es. Er kauft Brot, so lange er Geld hat. Darum bleib zu hause. Ich aber will hinaus segeln aufs Meer. Das Meer hat viele verschlungen, die nie an ein Ufer gespült wurden. Andere hat es zurück gebracht. Darwin zum Beispiel, und er brachte viele neue Erkenntnisse mit, welche die Menschheit einen grossen Schritt weiter gebracht haben. Auch er ist aufs Meer hinaus gefahren. Dieses Tal ist rein riesiger seichtes Gewässer, ein Fluidum, in welches der Geist hinein tauchen kann. Ein riesiges Gehirn, in das man hinein dringen muss, um mitzudenken. Dieses Tal enthält eine immense Sammlung an Fakten, Erfahrungen, Theorien, Forderungen, Notwendigkeiten, kurz: an unerschlossenen Gegebenheiten und ungeordneten, aber festgehaltenen Beobachtungen. Aber trotzdem muss man zupacken und mit beiden Händen hinein greifen, sich bedienen, aufbauen, Neues entwickeln. Wir stehen hier auf diesem Bergkamm. Was sich alles in dieser Ebene angesammelt hat, bäumt sich wie ein Wellenberg auf, in den immer neue und frische Gedanken eindringen. Wellen schlagen an unseren Berg. Gedanken werden zu unseren Füssen an das Ufer gespült. Wir brauchen uns nur zu bücken und nach ihnen zu greifen. Einige Gedanken sind bereits tot. Ersoffen. Andere leben, können aufgehoben, aufgenommen, ins Boot geholt und weiter entwickelt werden. Auf dieses Meer hinaus will ich fahren. Dahin will ich aufbrechen.“

Fortsetzung

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